Zahlungsziel und Skonto: Was auf die Rechnung gehört
14. März 2025 | 5 Min. Lesezeit
Wann muss eine Rechnung bezahlt werden? Und lohnt sich Skonto wirklich? Zahlungsziele und Skontoregeln gehören zu den wichtigsten kaufmännischen Vereinbarungen – und sollten klar auf jeder Rechnung stehen. Hier erfahren Sie, welche Fristen üblich sind und wie Sie Skonto richtig formulieren.
Was ist ein Zahlungsziel?
Das Zahlungsziel ist die Frist, innerhalb der eine Rechnung bezahlt werden muss. In Österreich gibt es keine gesetzliche Pflicht, ein bestimmtes Zahlungsziel zu setzen. Ohne ausdrückliche Vereinbarung gilt gemäß § 907a ABGB eine Frist von 30 Tagen ab Rechnungserhalt.
In der Praxis haben sich folgende Zahlungsziele etabliert:
- 14 Tage: Üblich bei Handwerksbetrieben und kleineren Aufträgen. Sorgt für schnelle Liquidität.
- 30 Tage: Der Standard im Geschäftsverkehr. Gibt dem Kunden ausreichend Zeit zur Prüfung und Zahlung.
- 60 Tage: Kommt bei größeren Unternehmen vor, ist für kleine Betriebe aber oft problematisch, da das Geld lange ausbleibt.
Tipp: Setzen Sie als Handwerksbetrieb ein Zahlungsziel von 14 Tagen. Das ist fair und hält Ihren Cashflow gesund.
Skonto: Rabatt für schnelle Zahlung
Skonto ist ein prozentualer Nachlass, den Sie Ihrem Kunden gewähren, wenn er die Rechnung besonders schnell bezahlt. Eine typische Formulierung lautet:
„Zahlbar innerhalb von 10 Tagen abzüglich 2 % Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto."
Das bedeutet: Zahlt der Kunde innerhalb von 10 Tagen, darf er 2 Prozent vom Rechnungsbetrag abziehen. Zahlt er innerhalb von 30 Tagen, ist der volle Betrag fällig.
Richtige Formulierung auf der Rechnung
Damit Skonto rechtlich wirksam ist, muss es klar auf der Rechnung formuliert sein. Folgende Angaben sollten enthalten sein:
- Der Prozentsatz des Skontos (z. B. 2 % oder 3 %)
- Die Frist, innerhalb der das Skonto gilt (z. B. 10 Tage)
- Das reguläre Zahlungsziel ohne Abzug (z. B. 30 Tage netto)
Beispielformulierungen
„Zahlbar innerhalb von 14 Tagen abzüglich 3 % Skonto, innerhalb von 30 Tagen rein netto."
„Bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen gewähren wir 2 % Skonto. Zahlungsziel: 14 Tage netto."
Vorteile und Nachteile von Skonto
Vorteile für den Rechnungssteller
- Schnellerer Geldeingang und bessere Liquidität
- Weniger Mahnungen und geringeres Ausfallrisiko
- Geringerer Verwaltungsaufwand durch schnellere Abwicklung
Nachteile
- Geringerer Gesamterlös durch den gewährten Nachlass
- Manche Kunden ziehen Skonto ab, obwohl sie zu spät zahlen – das sorgt für Diskussionen
Tipp: Rechnen Sie den Skonto-Nachlass in Ihre Kalkulation ein. 2 % Skonto bei 10 Tagen entspricht einem effektiven Jahreszins von über 36 % – für den Kunden ist es also ein echtes Schnäppchen.
Gesetzliche Regelungen in Österreich
Im B2B-Bereich (Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen) gelten in Österreich bestimmte Schutzvorschriften. Gemäß § 459 UGB darf ein Zahlungsziel von 60 Tagen nur vereinbart werden, wenn es sachlich gerechtfertigt und nicht grob nachteilig für den Gläubiger ist. Ein Zahlungsziel von mehr als 60 Tagen ist grundsätzlich unzulässig.
Gegenüber öffentlichen Auftraggebern gilt sogar eine Höchstfrist von 30 Tagen.
Mahnfristen: Was tun bei Zahlungsverzug?
Ist das Zahlungsziel überschritten, befindet sich der Kunde im Verzug. Sie können nun:
- Zahlungserinnerung: Freundlicher Hinweis, dass die Rechnung noch offen ist – idealerweise 3 bis 5 Tage nach Fristablauf.
- 1. Mahnung: Etwa 7 bis 14 Tage nach der Zahlungserinnerung. Setzen Sie eine neue Frist von 7 bis 14 Tagen.
- 2. Mahnung: Bei weiterem Ausbleiben der Zahlung, mit Hinweis auf mögliche Verzugszinsen.
- Letzte Mahnung: Androhung rechtlicher Schritte mit konkreter Frist.
In Österreich können Sie ab dem Zeitpunkt des Verzugs gesetzliche Verzugszinsen verlangen: 4 % im B2C-Bereich und 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz im B2B-Bereich.
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