E-Rechnung in der EU: Was kommt auf österreichische Unternehmen zu?
15. Juni 2026 | 5 Min. Lesezeit
Die EU treibt die Digitalisierung der Rechnungsstellung voran. Mit der Initiative „VAT in the Digital Age" (ViDA) kommt die verpflichtende E-Rechnung für B2B-Geschäfte. Was das für österreichische Unternehmen bedeutet und wie Sie sich vorbereiten können.
Was ist eine E-Rechnung?
Wichtig vorab: Eine E-Rechnung ist nicht einfach eine PDF-Datei per E-Mail. Eine echte elektronische Rechnung ist ein strukturierter Datensatz im XML-Format, der von Maschinen automatisch gelesen und verarbeitet werden kann.
Der Unterschied in der Praxis:
- PDF per E-Mail: Ein digitales Bild einer Rechnung. Muss vom Empfänger manuell gelesen und erfasst werden. Gilt nach EU-Definition nicht als E-Rechnung.
- Strukturierte E-Rechnung (XML): Ein maschinenlesbarer Datensatz (z. B. im Format ebInterface, XRechnung oder Peppol BIS). Kann automatisch in die Buchhaltung übernommen werden.
Die EU-Initiative ViDA
Mit „VAT in the Digital Age" (ViDA) plant die EU eine grundlegende Modernisierung des Mehrwertsteuersystems. Ein zentraler Baustein ist die verpflichtende E-Rechnung für B2B-Geschäfte innerhalb der EU.
Der aktuelle Zeitplan sieht vor:
- Ab 2028: Verpflichtende E-Rechnung für grenzüberschreitende B2B-Umsätze innerhalb der EU
- Perspektivisch: Ausweitung auf inländische B2B-Umsätze, wobei die Mitgliedstaaten eigene Zeitpläne festlegen können
Österreich: Vorreiter bei B2G
Im Bereich Business-to-Government (B2G) ist Österreich bereits seit 2014 Vorreiter. Rechnungen an den Bund müssen im Format ebInterface über die Plattform e-Rechnung.gv.at übermittelt werden. Wer an Bundesbehörden, Länder oder Gemeinden liefert, kennt das System bereits.
Für den B2B-Bereich gibt es in Österreich aktuell noch keine Pflicht. Das wird sich mit der Umsetzung der ViDA-Richtlinie aber ändern.
Was müssen Unternehmer jetzt tun?
Auch wenn die Pflicht erst in einigen Jahren kommt, sollten Sie sich schon heute vorbereiten:
- Informiert bleiben: Verfolgen Sie die Entwicklungen rund um ViDA und die österreichische Umsetzung.
- Rechnungssoftware prüfen: Kann Ihre Software strukturierte E-Rechnungen erstellen und empfangen? Unterstützt sie Formate wie ebInterface, XRechnung oder Peppol?
- Prozesse digitalisieren: Verabschieden Sie sich von Papierrechnungen und manuellen Abläufen. Je digitaler Ihre Prozesse heute sind, desto leichter fällt der Umstieg.
- Steuerberater einbeziehen: Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die kommenden Anforderungen und stimmen Sie Ihre Systeme ab.
volvi ist vorbereitet
Wir bei volvi beobachten die Entwicklungen rund um die E-Rechnungspflicht genau und arbeiten bereits an der Integration strukturierter Rechnungsformate. Unser Ziel ist es, dass Sie als volvi-Nutzer keinen zusätzlichen Aufwand haben, wenn die Pflicht in Kraft tritt.
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